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Türkische Basare in Side & Manavgat

  • 1. Dez. 2019
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Jan.

Wenn du in der Türkei wirklich ankommen willst, dann geh nicht nur an den Strand. Geh auf den Basar. Dort spielt sich das echte Leben ab. Zwischen bunten Bergen aus Gewürzen, dem Duft von frisch gemahlenem Kaffee und dem Klackern von Teegläsern wird aus einem Urlaub plötzlich ein kleines Abenteuer.


In unserem Türkei Urlaub waren die Basare fast unser zweites Zuhause. Wir waren so oft unterwegs, dass ich irgendwann das Gefühl hatte, ich erkenne die Stände schon am Geruch. Der Basar in Side war direkt bei unserem Urlaubsort, also der perfekte Einstieg.


Basar in Side - einladend & farbenfroh

Der Basar in Side ist ein klassischer Basar mit festen Geschäften, teils in einem Gebäude, teils in schmalen Gassen. Du schlenderst an Reihen mit Taschen, T-Shirts, Lederwaren, Souvenirs, Schmuck und Heimtextilien vorbei, dazwischen überall Gewürze, Trockenfrüchte und Nüsse. Nach mehreren Basarbesuchen hatte ich allerdings das Gefühl, dass sich vieles wiederholt: ähnliche Stände, viel Kleidung, oft klar „inspiriert“ von bekannten Marken und immer wieder die gleichen Klassiker wie Lampen, Handtücher, Parfum, Tee und Gewürze.


Was sich aber nie wiederholt, ist die Stimmung. Ein Basar fühlt sich nicht an wie ein Geschäft, sondern eher wie eine kleine Bühne. Es wird gelacht, gehandelt, probiert und kommentiert, und zwischendurch bekommst du manchmal einfach einen Tee angeboten, nur weil du kurz stehen geblieben bist.


Auch bei den Verkäufern fiel mir mit der Zeit ein Muster auf. Erst wirkten viele desinteressiert, saßen auf ihren Stühlen und scrollten am Handy, während die meisten Passanten einfach vorbeigingen. Doch sobald ich näherkam, änderte sich das oft schlagartig: Ich wurde direkt angesprochen, in Gespräche verwickelt und mit Komplimenten überhäuft, manchmal auch mit ziemlich offensiven Flirtversuchen.

Meine Mutter brachte es am Ende mit ihren Worten auf den Punkt: „Wenn du nicht bereits vergeben wärst, hätten wir dich hier ein paar Mal verheiraten können.“ So nett das in einzelnen Momenten sein kann, blieb bei mir oft ein gemischtes Gefühl zurück, vor allem weil ich merkte, dass andere Kunden ganz anders behandelt wurden.


Frauen verkaufen Gemüse auf dem Türkischen Wochenmarkt in Side Antalya

Basar in Manavgat – lebhaft & frisch

Der zweite Basar, der mir besonders im Kopf geblieben ist, war in Manavgat. Im Vergleich zu Side war hier alles größer, voller, lebendiger. Dieser Basar bestand aus zusammengestellten Zelten, also eher wie ein riesiger Wochenmarkt. Du schiebst dich durch die Gänge, links und rechts Stoff, Taschen, Schuhe und über allem liegt diese warme, etwas schwere Luft.


Dann kommst du raus und plötzlich ist es wie ein Szenenwechsel. Vor dir ein Essensmarkt, offen, bunt, freundlich. Berge aus Tomaten, Auberginen, Granatäpfeln und Oliven. Und mittendrin ältere Damen, die ihr eigenes Gemüse verkaufen, oft mit einer Ruhe, die sich sofort auf dich überträgt.

Eines meiner Lieblingsbilder aus der Türkei zeigt genau so eine Frau, weil es mehr erzählt als nur einen Moment. In ihrem Gesicht liegt ein ganzes Leben: Stolz, harte Arbeit und eine stille Wärme. Für mich war das der Augenblick, in dem der Basar plötzlich nicht mehr wie eine Einkaufstour wirkte, sondern wie ein ehrlicher Blick in den Alltag.



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